Heilige Haine, heilige Wälder

Artikelnummer: 978-3-89060-064-2
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Das Heilige ist das Lebendige – Ein kulturgeschichtlicher Reiseführer

Wir wissen, dass der Wald den meisten Völkern als etwas Heiliges galt und sie ihn scheu verehrten; aber auch, dass Hochkulturen des Altertums sich u. a. dadurch auszeichneten, dass trotz einer in Teilen weiterbestehenden traditionellen Verehrung rigorose und flächendeckende Abholzung das Bild der Landschaft bestimmte. Außerhalb der Hochkulturen, wo noch keine »aufgeklärteren« Formen von Religion den engen Zusammenhang zwischen »göttlicher Natur« und Mensch zersetzten, hielt sich die Verehrung von Baum und Wald offensichtlich stärker. Mythen und Märchen beweisen, dass dabei der dichte Wald bereits früh das symbolisierte, was die Psychologie heute das Unterbewusstsein nennt.


Was aber bedeutete der gestaltete Hain inmitten des Waldes? Warum drohten demjenigen drakonische Strafen und Ausschluss aus der Gesellschaft, der den »Gottesfrieden« solcher Bezirke störte oder gar an Bäumen frevelte, die den Mittelpunkt des Heiligtums oder dessen Grenzen markierten? Was trieb man in solchen sakralen Bezirken, in heiligen Hainen und Einfriedungen? Welchem »Numinosen« konnte man dort begegnen? Was den Autoren aber noch wichtiger ist: Was ist heute aus solchen Einrichtungen geworden? Gibt es sie noch, und hat die Heiligkeit ihnen dann etwas genutzt? Oder schlängelt sich der unerbittliche Drache der Autobahn hindurch, gebaut für unsere heiligen Autos? Graben dort noch Wildschweine nach Eicheln oder gaben Götter grünes Licht für den Ausbau eines Großflughafens? Haben geschützte Natur- und Landschaftsgebiete die Nachfolge heiliger Wälder, Auen und Haine angetreten? Welche Rolle spielen unsere letzten Urwälder? Bieten Sie ein Beispiel dafür, dass die Natur ohne jegliche Eingriffe des Menschen eine heilere Welt schafft? Oder braucht die Natur den Eingriff des Menschen für eine Höherentwicklung, wie viele glauben? Und können wir einen Ausblick auf die Zukunft wagen?


»Menschwerdung ist der Moment, da uns das große Staunen überkommt, das ehrfürchtige Erschauern angesichts eines gewaltigen Sternenkosmos oder des Sich-Öffnens einer Blüte. Der Baum ist das Bindglied zwischen dem Weltall, dem Leben auf der Erde und dem Kosmos in uns Menschen. Etwas von diesem Numinosen anhand vieler alter und neuer heiliger Haine und Wälder wiedersichtbar und erfahrbar zu machen, ist Anliegen dieses kulturgeschichtlichen Reiseführers.«



Wolfgang Bauer, Sergius Golowin, herman de vries, Clemens Zerling
ISBN 978-3-89060-064-2
Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag, 16,4 x 21,7 cm, 304 Seiten, mit vielen Fotos und 32 Farbtafeln
8,95 € (D)/ 9,30 € (A)


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